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Lou-i Titelbild. Die Caps mit Holzschirm werden in Friedberg produziert und sind für Aktivitäten jeglicher Art gemacht. Egal ob im Alltag, beim Surfen, Golfen, Radfahren oder Reisen, eine Lou-i Cap geht immer.

Auf einen Kaffee bei Lou-i: Caps mit Holzschirm

Ich muss ehrlich sein: Im ersten Moment fand ich den Preis einer Lou-i Cap mit Holzschirm recht happig. Als ich mich aber mit Lou-i Chef Manuel getroffen, er mir sein Unternehmen gezeigt und alles erklärt hat, muss ich sagen – der Preis ist völlig gerechtfertigt. Einzigartige Materialien, sorgfältig ausgewählte Hölzer und echte, ehrliche Handarbeit gibt es nun mal nicht zum Nulltarif.

Aber eins nach dem anderen: Prüfungsphase an der Uni Augsburg. Wobei Prüfungsphase in diesem Sommersemester 2017 etwas zu dramatisch klingt. Eher Prüfungsphäschen - ganze zwei Klausuren in einer Woche. WOW! Nichtsdestotrotz ist man froh, wenn die Klausuren rum sind und man sich wieder anderen (schöneren) Dingen wie zum Beispiel einem Kaffee mit Manuel von Lou-i widmen kann. Also, Klausur abgegeben, durch den Regen zum Auto und ab nach Friedberg!

There's no Business like Family Business

Kein fetter Industriepark, sondern eine schöne Wohnsiedlung erwartet mich, als ich in die Rosenstraße, wo Lou-i seine Produktionsstädte hat, abbiege.

„Schön, dass es geklappt hat“, sagt Manuel, als er mir die Tür öffnet. „Kaffee gibt es unten“ – „Unten“, werde ich aufgeklärt, „ist die Werkstatt“. Wir gehen also ein Stock tiefer in die heiligen Hallen - in Brigittes Atelier, welches inzwischen größtenteils der Cap-Produktion weichen musste. Brigitte, Manuels Mutter, ist Künstlerin und quasi der Art-Director von Lou-i. Papa Werner hat sein Büro ebenfalls im Keller des Hauses und teilt sich die Räumlichkeiten mit seinem Sohn. Wobei, wie gesagt, den größten Teil der Räume Manuel mit seinen Caps in Anspruch nimmt.

Manuel Hornung in seiner Werkstatt

„Cool“, ist mein erster Gedanke als wir das Atelier betreten. Noch cooler finde ich, dass die Caps mit Holzschirm im Tiefparterre eines Familienhauses produziert werden. Keine 20 Reihen mit Näherinnen, die im Akkord arbeiten. Was habe ich auch erwartet, schließlich bin ich nach Friedberg und nicht Bangladesch gefahren. Egal - überrascht bin ich trotzdem. Was ich auch ziemlich cool finde: Wo andere Firmen Millionen für ein Beraterteam ausgeben, hat Manuel einen Beraterstab aus Familie und Freunden - megasympathisch!

Über einen gemeinsamen Freund ist der Kontakt zu Lou-i entstanden und darüber sind wir sehr froh. Daher an dieser Stelle noch einmal einen Dank an Jochen! Jochen hatte selbst immer eine Lou-i Cap auf und die Caps mit Holzschirm sind einfach ein echter Hingucker. Daher war für uns klar, dass wir Lou-i auf jeden Fall im New Hand Shop dabeihaben wollen. Und zum Glück hat es auch geklappt!

Jede Cap ein Unikat

Dass Manuel mit Herzblut bei der Sache ist, merke ich sofort, als wir beim Kaffee ins Gespräch kommen. „Heutzutage sehen alle Caps gleich aus. Alle New York Yankees, Bulls…“ Als Capliebhaber wollte er dem Ganzen etwas Neues entgegensetzten, meint Manuel als ich ihn darauf anspreche, warum er sich gerade für eine Cap als sein erstes Produkt entschieden hat. Er selbst war schon immer Capträger und daher war klar, dass Das Vernähen eines Holzschilds an der Lou-i CapLou-i unter anderem Caps produzieren wird. Ohne Modedesign studiert oder eine Ausbildung als Schneider gemacht zu haben, machte sich Manuel 2014 an die Arbeit. Um das Know-How über Caps und deren Produktion zu erlangen, nahm er sich jede einzelne Schildmütze seiner Sammlung genau unter die Lupe, trennte jede Naht auf und schaute sich die Machart bis ins kleinste Detail an. Nachdem das Innenleben einer Schildmütze durchexerziert wurde, ging es selbst an die Nähmaschine. Die ersten Prototypen waren schon innerhalb weniger Tage fertig - und er sah, dass es gut war!

Jetzt mussten nur noch die geeigneten Materialien gefunden werden, die seinen Ansprüchen genügten. Oberste Priorität hatten dabei, neben dem Lou-i-typischen Holzschirm, auch die Stoffe. Am Ende machten Eiche, Walnuss, Mahagoni und Zebrano aufgrund ihrer unterschiedlichen Maserung und Haptik das Rennen. „Holz ist einfach geil“, sagt Manuel, als er darüber spricht. „Jedes Teil sieht anders aus und macht dadurch jedes Produkt zu etwas ganz Besonderem.“ Seine Stoffe wurden ebenfalls sorgfältig ausgesucht und so findet man Kord-, Leinen-, Wolle- oder sogar Ziegenleder-Caps in Lou-is Sortiment. Vor allem bei den Stoffen und Farben steht Art-Director Brigitte beratend zur Seite und "ist voll in ihrem Element".

Eine Näherin

Nach meiner Tasse Kaffee schaue ich mich im Atelier genauer um und mir fällt eigentlich das erste Mal auf: Überall sind Caps, Mützen und Prototypen zukünftiger Lou-i Produkte in Kisten, an der Wand, auf Ständern oder Styroporköpfen. Als ich daran denke, dass jeder dieser Artikel hier im Atelier gefertigt wurde, werde ich etwas ehrfürchtig. „Aber du machst das nicht Das Vernähen eines Bandes für eine Lou-i Capalles alleine, oder?“, frage ich daraufhin. „Je nach Auftragslage und Kapazität hilft eine freiberufliche Näherin aus“, erklärt mir daraufhin Manuel. „Es war nicht leicht, eine Näherin zu finden, die ersten Lust darauf hat, Caps zu nähen und zweitens dann auch noch die notwendigen Fertigkeiten besitzt. Inzwischen ist sie ein fester Teil des Teams und ihr ist ganz wichtig, dass jede erste Cap eines neuen Models hier bei uns bleibt und aufgehängt wird.“ Jede Lou-i wird also hier produziert - von zwei Leuten - krass, schießt es mir durch den Kopf.

Mehr als nur Caps

Inzwischen gibt es von Lou-i nicht nur die bekannten Caps mit Holzschirm, sondern auch Sommermützen. Wie gesagt, durfte ich auch Prototypen anderer Produkte angucken - wir dürfen also gespannt sein!

Nichtsdestotrotz sind und bleiben die einzigartigen Caps mit Holzschirm das Markenzeichen von Lou-i. Sorgfältig ausgewähltes Holz, das in aufwendigen Verfahren zu dem gemacht wird, was es am Ende ist. Der Schirm kann sogar - wenn man sich an Lou-is Anleitung hält - leicht gebogen werden - jedes andere Holz würde brechen. Dann sind da noch die liebevoll selektierten Stoffe und sonstige Materialien, die zum einen sehr robust und zum anderen einfach besonders für Caps sind. Alle Teile werden anschließend geschnitten, gebügelt undManuel Hornung beim Zusammennähen von Leinenstoff für eine Cap in Handarbeit - an sechs unterschiedlichen Nähmaschinen (eine ist noch von seiner Oma) - von ihm und der Näherin zusammengefügt und jeder Knopf einzeln angenäht. Alles in allem hat mich das Konzept rund um Lou-i so überzeugt, dass ich seither selbst nur noch mit einer Lou-i Cap auf dem Kopf anzutreffen bin. Qualität und ehrliche Arbeit haben eben ihren Preis und als echter Schwabe - der ich bin - spielt der Preis bei mir immer eine Rolle. Allerdings muss man auch mal Ausnahmen machen; und bei Lou-i mache ich gerne wieder eine Ausnahme!

Leider ist uns Käufern – und ich nehme mich nicht raus – oft der Preis wichtiger als das, was dahintersteckt. Geblendet von günstigen Preisen anderer Hersteller, haben wir vergessen, wie viel ehrliche Arbeit wert ist und wie viel man für ein entsprechendes Produkt bezahlen sollte. Sei es eine Cap, ein T-Shirt oder eine Hose. Wieso also nicht mit einer Lou-i, Made in Germany, Made in Friedberg, Made in the Tiefparterre of the Elternhaus anfangen und die Arbeit sowie Qualität wertschätzen?

Manuel, danke für den Kaffee, den Rundgang und das tolle Gespräch! ♠️

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