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Bienen mögen es bunt

Bienen mögen es bunt

Bisher gingen die Wissenschaftler davon aus, dass Lebensräume mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung aufgrund der Pestizidbelastung und der sehr begrenzten Auswahl an Nahrungsmitteln und Nistplätzen generell schlecht für die Bienen sind. Das weltweite Aussterben der Bienen ist zum Teil auf diesen Faktor zurückzuführen. Bienen können sich aber auch in landwirtschaftlich genutzten Gebieten verbreiten, wenn sie Zugang zu so genannten Lebensrauminseln mit hoher Pflanzenvielfalt haben.

Dies wurde nun erstmals in einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Würzburg gemeinsam mit anderen deutschen und australischen Forschern nachgewiesen. Sie haben ihre Ergebnisse in "Scientific Reports" veröffentlicht.

Soziale Bienen wurden untersucht

"Tetragonula carbonaria" ist der Name einer australischen stachellosen Biene, die seit mehr als zwei Jahren von den Wissenschaftlern untersucht wird. "Wir haben damit exemplarisch untersucht, ob die Fitness und der Fortpflanzungserfolg sozialer Bienen von der sie umgebenden Pflanzenbiodiversität und der damit verbundenen Qualität der Nahrungsressourcen abhängt", sagt Dr. Sara Leonhardt, Leiterin der Studie an der Universität Würzburg. Soziale Bienen sind unter anderem Honigbienen und stachellose Bienen. Sie sind für einen großen Teil der weltweiten Bestäubungsleistung verantwortlich.

Zur Durchführung der Studie installierten Wissenschaftler Bienenvölker in drei verschiedenen Lebensräumen. "Wir wählten natürliche Wälder, städtische Gärten und Macadamia-Plantagen mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung und beobachteten das Wachstum und die Produktion von Arbeitsbienen, Königinnen und neuen Kolonien", sagt Dr. Benjamin Kaluza, Hauptautor der Studie. Sie analysierten auch die Ernährungsqualität der gesammelten Pollen sowie des Honigs und erfassten die Biodiversität der Pflanzen in diesen Lebensräumen.

Rückgang der Biodiversität als Ursache des Bienensterbens

Was sie gefunden haben, war: Die Lebensqualität der Bienen war in Gärten und artenreichen Wäldern am höchsten und in Plantagen am niedrigsten. Da die Artenvielfalt der Pflanzen abnimmt, produzieren die Bienen weniger Nachkommen, so dass die Bienenvölker schrumpfen. "Bienen brauchen Vielfalt", sagt Kaluza. "Nur in einer Umgebung, die reich an Pflanzenarten ist, finden sie ständig ausreichende, ausgewogene und hochwertige Nahrung und andere Ressourcen."

Leonhardt erklärt, dass selbst kleine Lebensrauminseln mit einer hohen Vielfalt an blühenden Pflanzen in Flugdistanz ausreichen, um diesen Effekt sichtbar zu machen. "Es erlaubt ihnen, den negativen Einfluss von Pestiziden und Monokulturen zu kompensieren", sagt sie und fügt hinzu: "Dieses Ergebnis bedeutet, dass der weltweite massive Rückgang der biologischen Vielfalt eine der Hauptursachen für das Bienensterben sein könnte."

Was folgt aus ihren Erkenntnissen: "Was wir uns jetzt erhoffen, ist natürlich mehr Schutz und Wiederherstellung biodiverser Lebensräume, vor allem in Regionen mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung, wie z.B. Plantagen", sagt Kaluza.

Zusammenarbeit mit anderen Forschern

Das Forschungsprojekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützt. Teilnehmer waren Professorin Helen Wallace von der University of the Sunshine Coast (Australien), Dr. Tim Heard, Bienenberaterin aus Brisbane (Australien), Dr. Vanessa Minden von der Universität Oldenburg und Professorin Alexandra-Maria Klein von der Universität Freiburg. Sara Leonhardt und ihr Team wollen nun weiter erforschen, wie genau Bienen ihre Ressourcen lokalisieren und wie sie von den verschiedenen Ressourcen profitieren. ♠️

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