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Ein Nordamerikanischer See mit Bergen und einem Wald im Hintergrund

Der Wert der alten Wälder im Emissionshandel

Vor etwa sieben Jahren -am 10. Juni 2010-, erhielt die Obama-Regierung einen Schub durch einen gescheiterten Versuch im Senat, das Verringern von Treibhausgasen zu verbieten.

Dies sendete auch ein positives Signal an sieben US-amerikanische Staaten und vier kanadische Provinzen, die sich im Jahr 2008 zusammengeschlossen haben, um die Treibhausgasemissionen zu begrenzen.
Eine ganz neue Quelle für langfristige Einnahmen stellten für Alaska, British Columbia (B.C.), Oregon und Washington, der Schutz der massiven, alten Wäldern sowie der Süßwasser-Versorgung dar.
Im Rahmen einer Klimainitiative haben Arizona, Kalifornien, Oregon, Montana, New Mexico, Utah, Washington, B.C., Manitoba, Ontario und Quebec vereinbart, die CO2-Emissionen der Region bis 2020 um 15 Prozent unter dem Niveau von 2005 zu senken.

Der Grundpfeiler ihres Plans ist ein Cap-and-Trade-System. Ein ähnlicher Ansatz wurde in den frühen 1990er Jahren verwendet, um sauren Regen um die Großen Seen in den USA zu bekämpfen, die durch die Verschmutzung der Kohlekraftwerke verursacht wurden.
Das Cap-and-Trade-System fordert von öffentliche Versorgungsbetriebe sowie andere Unternehmen strenge Emissionsstandards, welche von diesen eingehalten werden müssen. Unternehmen, die ihre Emissionen aufgrund von Kosten oder technischen Hürden nicht einhalten können, dürfen Emissionsgutschriften von Unternehmen kaufen, die Geld investiert haben, um ihre Emissionen zu senken oder Treibhausgase auf andere Weise zu reduzieren.
Die meisten großen industriellen Verursacher, Autokonzerne und Kohle-basierte Energiebetriebe sind bemüht, Unternehmen zu finden, die bereit sind ihnen Offset-Kredite zu verkaufen.

Schornsteine einer Industriefläche

Mark Harmon von der Oregon State University und andere Wissenschaftler haben festgestellt, dass alte, pazifische Wälder riesige Mengen an Kohlendioxid erfassen und speichern - soweit nichts Neues. Die Umwandlung dieser alten Wälder in junge, schnell wachsende Wälder hatte hingegen keinen Einfluss auf den atmosphärischen Kohlenstoff. Für diese niedrigen, zweite-Generation Wälder würde es mindestens 200 Jahre dauern, um die Kohlendioxid-Speicherkapazität der alten Wälder zu erreichen. Die Erhaltung dieser alten, erste-Generation Wälder wurde somit für Emissionsgutschriften qualifizieren.
Mit anderen Worten: Pazifische Nordwest-Altwälder sind nicht nur als gefrästes Sägeholz oder Zellstoff wertvoll.
Die Wälder des pazifischen Nordwestens sind eine Goldmine für die Aufrechterhaltung der weltweiten Offsetmärkte und dienen zusätzlich zur Herstellung von Medikamenten und bieten andere wertvolle Nicht-Holz-Produkte.

Marriott International, mit mehr als 3.000 globalen Immobilien, hat mit Conservation International zusammengearbeitet und war das erste Hotelunternehmen, das seine CO2-Bilanz berechnet und eine weltweite Kampagne fährt, um seinen Einfluss darauf zu verringern.
Jedes Jahr verursacht es 3 Millionen Tonnen CO2. Um dies zu kompensieren, hat es eine bemerkenswerte Initiative gestartet. Auf lange Sicht investiert Marriott Millionen von Dollars, um 1,24 Millionen Hektar gefährdeter Regenwälder im Juma Sustainable Development Reservat im Bundesstaat Amazonas in Brasilien zu schützen, indem sie die Waldflächen mietet.

Brasilien und Amazonas schön und gut. Aber wenn sie in Brasilien Wälder für Millionen von Dollar schützen, warum sollten alte Waldflächen im pazifischen Nordwesten nicht auch eine Option sein?
Es ist frustrierend, dass (in diesem Fall) Nordamerikaner, die Möbel im Ikea kaufen, die aus in Lappland angebauten Waldkiefern hergestellt werden. Während Millionen von Hektar von Küsten-Kiefern in Alaska, BC, Oregon und Washington einfach zerkleinert werden, anstatt aus ihnen anständige Möbel zu machen und auf dem ganzen Kontinent zu verkaufen; oder sie zumindest zu schützen.

Mit mehr als 90 zurückgehenden Gletschern im pazifischen Nordwesten, ist die Sicherung der Süßwasser-Versorgung von größter Bedeutung. Man kann in diesem Fall kein Preisschild an die Aufrechterhaltung alter Wälder anbringen, welche jedes Jahr Milliarden Liter an Gletscherschmelzwasser halten und langsam wieder abgeben.
Während die Aufrechterhaltung der brasilianischen Wälder wichtig ist, gilt das gleiche für die letzten, anmutigen pazifischen Nordwestwälder in Nordamerika. Warum nicht einige der alten Wälder mieten und ihre Fähigkeit nutzen, enorme Mengen an CO2 zu absorbieren und einen Puffer gegen den Klimawandel zu schaffen? ♠️

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Kommentare

Green IT Solution - 6 September 2017

Das Bewusstsein für diese Problematik ist wahrscheinlich einfach noch nicht groß genug. Aber je mehr darüber berichtet wird, desto stärker wird hier auch hier ein Umdenken der Verbraucher statt finden. Gerade bei Lebensmitteln und wie in eurem Fall Mode;) ist ja schon ein Umdenken angestoßen worden. Spätestens wenn man auch hier mal die ökologische Gegenrechnung machen würde, wäre manch einer erstaunt, wie teuer uns das Billy-Regal in Wirklichkeit zu stehen kommt! Wie immer ein ganz toller Artikel! Liebe Grüße von der Green IT Solution

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